Herzog, Erinnerungskultur im Fußballsport
Erinnerungskultur im Fußballsport Von Markwart Herzog Bis ans Ende des 20. Jahrhunderts gab es so gut wie keine Fachliteratur über die Beziehungen zwischen Fußball, Religion und Erinnerungskultur. Eine erste wichtige, in diese Richtung zielende ethnologische Studie erschien 1995.1 Trotz des nachhaltigen Booms der Memorialkultur und ihrer Thematisierung in den Sozial- und Kulturwissenschaften hat sich die Historiografie des Sports erst nach der Jahrtausendwende ausführlicher mit dem sich ausdifferenzierenden Feld der Erinnerungs-, Gedenk, Trauer- und Bestattungskultur im Fußballsport befasst.2 Unter dem Eindruck der Religionstheorie Émile Durkheims sind die Diskussionen über das Thema stark auf den Beitrag des Fußballs für die Konstitution sozialer Identitäten fokussiert.3 Vor allem die Memorialkultur der Clubs und Fans, und in diesem Kontext die Funktion der Medien und sozialen Praktiken der Erinnerung, stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Bis weit ins 20. Jahrhundert wurde die Erinnerungspolitik der Verbände und Vereine von den Interessen der Funktionäre bestimmt. Die wichtigsten Medien …
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