Schulpastoral/Schulseelsorge als resilienz-
förderliches religiöses Handlungsfeld
[School pastoral care/school chaplaincy as a field of religious action that promotes resilience] Angela Kaupp
Zusammenfassung
Im humanwissenschaftlichen Kontext wird Resilienz im Sinne einer inneren Widerstandskraft, Belastbarkeit und Elastizität verstanden, die es ermöglicht, auch große Lebenskrisen und Schwierigkeiten gut überstehen zu können. Schulpastoral/Schulseelsorge haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einer wichtigen Form der Präsenz der Kirchen in der Schule entwickelt. Dieses recht junge kirchliche Handlungsfeld steht im Schnittfeld von Schule als Handlungsort, dem kirchlichem Auftrag und der Freiwilligkeit des Angebots. Schulpastoral versteht sich als ein diakonischer Beitrag zu einer humanen Schulkultur. Es kann aufgezeigt werden, dass die Schulseelsorge die Entwicklung von Resilienz unterstützen kann.
Schlagwörter: Freiwilligkeit, humane Schulkultur, kirchliches Engagement, Schulpastoral/ Schulseelsorge, Religion, Resilienz
Summary
In the context of human science, resilience is understood in the sense of an inner resistance, resilience and elasticity that makes it possible to survive even major life crises and difficulties. Pastoral care in school has developed into an important form of church presence in schools in recent decades. This relatively young field of church activity is at the intersection of the school as a place of action, the church’s mission and the voluntary nature of its offers. Pastoral care in school sees itself as a diaconal contribution to a humane school culture. It can be shown that pastoral care in school can support the development of resilience.
Submitted August 23, 2024, and accepted for publication November 25, 2024 Editor: Maike Maria Domsel
Keywords: Voluntariness, humane school culture, church commitment, pastoral care/ school counselling, religion, resilience
1 Resilienz
„Der Begriff Resilienz leitet sich vom lateinischen resilire (für zurückspringen oder abprallen) ab. Ursprünglich war damit die physikalische Fähigkeit eines Körpers gemeint, nach Veränderung der Form wieder in seine Ursprungsform zurückzuspringen.“[1 ] Im humanwissenschaftlichen Kontext wird Resilienz im Sinne einer inneren Widerstandskraft, Belastbarkeit und Elastizität verstanden, die es ermöglicht, auch große Lebenskrisen und Schwierigkeiten gut überstehen zu können. Diese Schwierigkeiten können biologisch, psychologisch oder psychosozial sein. Das Gegenstück zu Resilienz ist „Vulnerabiltät“, welche die „Verwundbarkeit, Verletzbarkeit oder Empfindlichkeit einer Person gegenüber äußeren (ungünstigen) Einflussfaktoren [kennzeichnet]“2 .
Zur Geschichte und den verschiedenen Resilienzmodellen wird auf weiterführende Literatur verwiesen.3 Im Rahmen dieses Artikels wird das von Kumpfer entwickelte „Rahmenmodell der Resilienz“ in der Modifizierung von Corina Wustmann zugrunde gelegt.4 Das Modell versucht, die Komplexität der Phänomene durch Einbezug forschungstheoretischer Grundlagen möglichst anschaulich darzustellen.5
Resilienz wird als Prozess verstanden, in dem folgende Dimensionen für die Entwicklung der Resilienz bedeutsam sind:
der akute Stressor, der den Resilienzprozess auslöst (Bedrohung)
die Umweltbedingungen (risikoerhöhende/risikomildernde Faktoren in der Umwelt)
personale Merkmale (Kompetenzen und Fähigkeiten des Kindes, die für die Bewältigung der Situation förderlich sind)
das Entwicklungsergebnis (Anpassung/Fehlanpassung)
Als Transaktionsprozesse gelten
das Zusammenspiel zwischen Person und Umwelt
- das Zusammenspiel
Person und Entwicklungsergebnis
Ergebnisse der Resilienzforschung[6 ] deuten darauf hin, dass folgende Aspekte besonders wichtig sind, um Resilienz zu fördern:
der Zusammenhang zwischen Resilienz und Selbstwertgefühl
das Erleben der eigenen Selbstwirksamkeit
die Unterstützung durch eine verlässliche und empathische Bezugsperson
die Gruppenzugehörigkeit und die Bedeutung sozialer Kontakte
die Anerkennung auch außerhalb der Peergroup
die psychische …
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Der vollständige Artikel umfasst 17 Seiten
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