Hase, Der Orden Fiat Lux

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Der Orden Fiat Lux Von Thomas Hase Der Orden Fiat Lux wurde von der im Jahr 1929 geborenen Erika Bertschinger gegründet. Frau Bertschinger unterhielt Kontakte zu mehreren spiritistischen Kreisen und gehörte zeitweilig der Geistigen Loge Zürich an. Seit den 1970er Jahren trat sie als Geistheilerin und als Medium in die Öffentlichkeit. Bei ei­ nem Aufenthalt im „Lichtzentrum Bethanien“ am Thuner See im Jahr 1975 hatte Frau Bertschinger im Trancezustand eine Jesus-Erscheinung und tritt seither als „Sprachrohr Gottes“ auf. Das „Lichtzentrum Bethanien“ wurde 1967 von Frieda Marija Lämmle gegründet, einer in der Tradition der Lorbcrbewcgung stehenden Empfängerin des „Inneren Wortes“. (Ruppert 1995, S. 743) In Egg bei Zürich errichtet Frau Bertschinger in ihrem Eigenheim das erste „Heilig­ tum“, den „Lichtquell Bethanien“, wo sie unter dem Namen „Uriella“ mit ihren Anhängern Gottesdienste feierte und ihre Visionen mitteilte. Im Jahr 1980 grün­ dete sie auf eine entsprechende Offenbarung hin den „Orden Fiat Lux“. _Lehre_ Im Zentrum der Lehre stehen die Offenbarungen, die Uriella zumeist in Trance von Jesus oder Maria empfängt. Die Systematisierung und schriftliche Fixie­ rung der Lehre des Ordens besorgten die Ehegatten Uricllas, Kurt Wärter (ge­ storben 1988) und Eberhard Bertschinger-Eicke. Wie beim Universellen Le­ ben, so weisen auch hier Kosmogonie und Kosmologie Ähnlichkeiten mit theo­ sophischen und gnostischen Lehren auf, wie sie bereits in den Prophezeiungen Jacob Lorbers (1800-1864) formuliert wurden. Gott wird als Urlicht bezeich­ net, das vor der Schöpfung existierte und alles Seiende hervorbrachte. (Grandl 1992, S. 26) Christus wurde von dem Urlicht Gottes geschaffen. Christus wie­ derum schuf als erstes Wesen Luzifer, der sich zusammen mit anderen „Erstlin­ gen“ gegen Gott auflehnte. Die Entfernung der abtrünnigen Geistwesen von Gott führte zur „Erstarrung“ und somit zur Entstehung der Materie. Die mensch­ lichen Körper und alle anderen materiellen Dinge sind Hüllen der von Gott abgefallenen Seelen. Alle Geschöpfe wurden bei der Schöpfung jedoch mit einem „Gottesfunken“ ausgestattet, der die Rückführung der Seelen zu Gott ermöglicht. (Grandt 1992, S. 27-30) Bis dahin unterliegen sic dem Karmagesetz und werden solange wiedergeboren, bis sie ihre Verfehlungen gesühnt haben. Der Sinn der menschlichen Existenz besteht darin, das Karma abzubauen und schließlich in die immaterielle Lichtwelt Gottes zurückzukehren. Dabei erhal­ ten die Menschen Unterstützung von Wesen aus der Lichtwelt, den Engeln. _Praxis_ Die Mitglieder des Ordens Fiat Lux nennen sich „Lichtherzen“. Sie erhalten einen Ordensnamen und vertrauen sich ganz dem von Uriella aufgezeigten Heilsweg der „Beugung unter den göttlichen Willen“ und der strengen Askese an. Sie feiern gemeinsam Gottesdienste und wohnen den Offenbarungen Uricllas bei. Die Mitglieder tragen eine einheitliche Tracht. Bevorzugt werden helle Gewänder. Zur Ordenstracht gehören auch ein offen getragenes Kruzifix und ein Marienmedaillon. Uriella empfängt ihre Offenbarungen in Tieftrance, was sie von anderen in der Tradition der Lorberschen Neuoffenbarungen stehenden Medien unterscheidet. Neben ihren medialen Eigenschaften verfügt Uriella über die Fähigkeit, Krankheiten zu diagnostizieren und zu heilen. Wichtiges Heil­ mittel ist das in der Presse regelmäßig als Skurilität präsentierte „Athrumwasser“, das Uriella herstellt, indem sie in einer Badewanne Leitungswasser mit einem Silberlöffel rührt und dabei die Heilskraft Jesu in das Wasser leitet. Nach eige­ nen Angaben hilft Athrumwasser gegen Schmerzen aller Art und bewirkt eine „Vitalisierung des gesamten Organismus.“ (Grandt 1992, S. 85) Der Orden legt großen Wert auf richtige Ernährung. Nicht nur eine streng vegetarische Ernäh­ rung ist heilsnotwendig, sondern auch der Verzicht auf …
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