Dehn, Kunst des Lebens (Art of Living Foundation) - Sri Sri Ravi Shankar

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Kunst des Lebens (Art of Living Foundation) - Sri Sri Ravi Shankar ULRICH DEHN Sri Sri Ravi Shankar, Gründer und Kristallisationsfigur der Art of Living Foundation (s.u.) wurde 1956 in der südindischen Stadt Bangalore geboren (und ist nicht zu verwechseln mit dem 1920 geborenen Sitar-Spieler Ravi Shankar). Zu den legendären Elementen seiner Biographie gehört, dass er angeblich mit vier Jahren die Bhagavadgita im Sanskrit-Original lesen und rezitieren konnte. Er hat Ende der 1970er Jahre zwei Jahre in der damaligen Zentrale der TM (Transzendentalen Meditation) in Seelisberg in der Schweiz verbracht und soll damals auch als ein „Gouverneur“ der von der TM und ihrem Leiter Mahari - shi Mahesh Yogi ausgerufenen „Weltregierung“ fungiert haben. Kurz darauf, ab 1981, baute er nach und nach seine eigene Bewegung, die „Art of Living“ (Kunst des Lebens) unter dem indischen Namen Ved Vignan Mahavidhyapeeth auf und begann nunmehr, weltweit Kurse anzubieten. Die International Art of Living Foundation hat heute ihren Sitz in der Schweiz, ist eine der größten Nichtregierungsorganisationen. Die Kunst des Lebens Deutschland e.V. mit Sitz in Lübeck wurde 1989 gegründet. In Europa mit zwölf Zentren vertreten, findet sich das deutsche und zugleich europäische Zentrum in Bad Antogast im Schwarzwald, ein ehemaliges Kurhotel mit Quellensaal, das seit Anfang 2000 Ayurveda-Kurse anbietet. Die Stiftung „Kunst des Lebens“ hat jetzt über 3.000 Zweigstellen in mehr als 140 Ländern der Welt und speziellen Beraterstatus bei der UNO-Abteilung für Wirtschafts- und Sozialangelegenheiten (ECOSOC). Sie bietet auch Stressbewältigungskurse für Industrie und Handel. Gemeinsam mit anderen spirituellen Figuren wie dem Dalai Lama hat Sri Sri Ravi Shankar die International Association for Human Values gegründet. Es geht um die Wiederbelebung menschlicher Werte wie Liebe, Natürlichkeit, Mitgefühl und Zusammengehörigkeit. Ist der Mensch erst von Freude und Dankbarkeit erfüllt, wird er diese Freude teilen, nützlich sein und etwas Sinnvolles für den Nächsten und die Gesellschaft tun, so die Selbstvorstellung der Vereinigung in der Website www.artofliving.de. 2005 wurde Sri Sri Ravi Shankar für den Friedensnobelpreis nominiert (erfolglos). Lehre, Methoden und Aktivitäten der „Kunst des Lebens“ Im Zentrum der Aktivitäten von „Kunst des Lebens“ steht eine Atemtechnik, genannt Sudarshan Kriya, „die alle Zellen mit Sauerstoff und Lebensenergie versorgt und so mit neuem Leben auflädt. Negative Gefühle, als Giftstoffe im Körper abgeladen, werden aufgelöst und ausgeschieden. Der Geist wird ruhig und gesammelt. Dadurch klärt sich unsere Sicht der Welt, unserer Beziehungen und unserer selbst“1 . Sie wird nach ihrer Aneignung (drei Tage) fünf bis zehn Minuten pro Tag praktiziert und „führt zur direkten Erfahrung unserer Mitte und bewirkt eine tiefgreifende Reinigung, die auf der Ebene der Zellen und der Ebene des Geistes gleichzeitig erfolgt“2 . Der Quell des Lebens ist durch Müll und Schutt verstopft und muss freigelegt werden, offenbar das, was traditionell vedantisch als Anhaften an der illusionären Wirklichkeit oder unerlöstes Nicht-Wissen bezeichnet wird. „Unser Körper ist wie eine Waschmaschine. Unser Geist ist wie Stoff. Liebe ist wie sauberes Wasser. Wissen ist wie Waschpulver. Jedes Leben ist ein Waschvorgang“, diese Einsicht ist ein Bestandteil dessen, was Ravi Shankar anschaulich zur Wiedergeburt zu sagen weiß.3 Der Mensch wird populär-monistisch aufgeklärt über sein Wesen: „Sei wie der Himmel und Du kannst den Himmel umarmen. Sei wie das Meer und du bist das Meer. So ungeheuer weit ist Dein Geist, Dein Bewusstsein, Dein Sein.“4 Das eigene kleine Bewusstsein fügt sich auf dem Wege der Sahaja Samadhi (=Erleuchtungs-) Meditation ein in das Ein und Alles oder das göttliche Nichts. Die besagte Meditation bewirke auch eine verbesserte Gesundheit und verlangsame …
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