Hohensteiner, Brahma Kumaris

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Brahma Kumaris Von Jennifer Hohensteiner Einführung Die Brahma Kumaris World University of Spiritual Knowledge, kurz Brahma Kumaris genannt, ist eine hinduistische Reformbewegung, die es seit den 1930er-Jahren in Indien gibt und seit fast 50 Jahren in vielen anderen Ländern der Welt. Die Lehre der Brahma Kumaris wird als Offenbarungslehre verstanden, die Gott durch den Gründer der Bewegung mitteilte. Demnach gehen die Brahma Kumaris von Karma und Reinkarnation sowie von einem zyklischen Geschichtsbild aus. Sie glauben, dass die Welt gegenwärtig an einem kritischen Punkt in diesem Zyklus angelangt ist und eine Zeit großer Transformation durchläuft. Diesen Wandel verstehen sie als eine Herausforderung an jeden Einzelnen, sich dem zu stellen. Die Ausübung von „Raja Yoga“, um „Seelenbewusstsein“ zu fördern, bildet den Kern der Praxis. Bemerkenswert ist auch, dass die Organisation überwiegend von Frauen geleitet wird. Die Brahma Kumaris sind aktiv in Sachen Weltfrieden, Interreligiösem Dialog und im Bereich nachhaltige Energien und Umwelt. Sie haben einen Status als beratendes NGO-Mitglied in mehreren UN-Sektionen und engagieren sich dort in den Bereichen Erziehung, Bildung, Frauen. Sie bieten Workshops und Kurse zum Thema Meditation an sowie u. a. zu Themen wie „Positives Denken“ und „Stressfreies Leben“. Diese Seminare richten sich sowohl an die Allgemeinheit als auch an einzelne Berufsgruppen (z. B. Journalisten, Ärzte, Manager). Sie bieten außerdem auch Workshops in Gefängnissen und für Drogenabhängige an. Geschichte _Entstehung_ Die Bewegung begann 1937 in Hyderabad (Indien). Lekhraj Kripalanii, ein erfolgreicher Juwelenhändler, der viel Zeit damit verbrachte, die Bhagavadgita und andere religiöse indische Schriften zu studieren, hatte im Alter von etwa 60 Jahren verschiedene Visionen. Am Anfang war er verwirrt darüber und konnte deren Bedeutung nicht einordnen, jedoch wuchs in ihm mehr und mehr die Überzeugung, dass diese Visionen göttliche Botschaften waren und wichtige Erkenntnisse über das Wesen von Mensch, Gott, Universum und Zeit enthielten. Es sammelte sich eine Gruppe von Menschen um ihn herum, die in seiner Gegenwart ebenfalls Visionen und religiöse Erlebnisse hatten. So entstand allmählich eine Gemeinschaft, die begann, den tieferen Sinn der Visionen und ihre Bedeutung für die Welt zu erforschen und ihr tägliches Leben im Einklang mit dem neuen Wissen zu verändern. Die Regeln, die mit der Zeit aufgestellt wurden, entsprachen traditionellen indischen Vorstellungen von einer asketischen Lebensweise: vegetarisches Essen, Verzicht auf Alkohol und Tabak, Keuschheit1 . Lekhraj schlossen sich viele junge Frauen an, sowohl verheiratete als auch unverheiratete. Die jungen Frauen wollten auch nicht verheiratet werden, sondern das spirituelle Wissen in der Gemeinschaft studieren. Auch verheiratete Frauen wollten die Reinheitsgebote, einschließlich Zölibatsgebot, einhalten. In der konservativen Gesellschaft des damaligen Indien stieß dies auf heftigen Widerstand. Dieser wurde so groß, dass die Gemeinschaft sich schließlich genötigt fühlte, von Hyderabad nach Karachi umzuziehen, wo sie sich innerlich festigte und die stärksten Anfeindungen mit der Zeit überstand. Nach der Teilung Indiens und Pakistans 1947 zog die Gemeinschaft schließlich 1950 nach Mount Abu in Rajasthan um. Es folgte eine Phase bitterer Armut, da alle Ressourcen erschöpft waren. Die Gemeinschaft führte ein sehr einfaches Leben und nutzte diese Zeit zur Selbsterforschung und inneren Weiterentwicklung. Schließlich kam auch Unterstützung von außen. Das Interesse am Raja Yoga wuchs, und so begannen die Brahma Kumaris, sich nach außen zu öffnen und gründeten mehrere Zentren in wichtigen indischen Städten. Lekhraj wurde inzwischen von den Mitgliedern der Bewegung „Om Baba“ und „Brahma Baba“ genannt: „Baba“ („Vater“), weil er als spiritueller Vater der Bewegungsmitglieder angesehen wurde; Brahma (im Hinduismus der Name des Gottes, der die Welt erschuf), weil er als Botschafter einer neuen Ära gesehen wurde2 . So erklärt sich, dass die Mitglieder sich selbst Brahma Kumars und Kumaris („Söhne und Töchter Brahmas“) nennen. Außer Lekhraj spielte vor allem eine junge Frau, die Om Radhe (geb. 1919) genannt wurde, von Anfang an eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft. Sie wurde als geistige Mutter der Bewegung angesehen und wird in den vielen Bildern, die als Lehrmaterial dienen, an der Seite von Lekhraj dargestellt. Die Offenbarungslehre, die durch Lekhraj mitgeteilt wurde, entwickelte sich während dieser ganzen Zeit weiter. Die „schrittweise Offenbarung“3 der Lehre dauerte insgesamt etwa 25 Jahre und gilt erst seit Mitte der 1960er-Jahre als abgeschlossen. Auch wenn die Lehre abgeschlossen ist, dauern die Mitteilungen …
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