Merten, Das Institut für islamische Theologie und Sprachen der Ahmadiyya Muslim Jamaat

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Das Institut für islamische Theologie und Sprachen der Ahmadiyya Muslim Jamaat[1] Von Kai Merten Am 17. Dezember 2012 fand die feierliche Eröffnung des neuen Instituts für islamische Theologie und Sprachen der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ)2 im südhessischen Riedstadt (Kreis Groß-Gerau) durch den derzeit amtierenden, fünften Kalifen der AMJ, Mirza Masroor Ahmad (seit 2003 im Amt), statt. An diesen Tag erinnert eine Tafel neben dem Haupteingang des neu errichteten Gebäudekomplexes. Die wissenschaftliche Ausbildung von Imamen und Gelehrten gehört von Anfang an zum Programm der AMJ. Schon der „Verheißene Messias“ der AMJ, Mirza Ghulam Ahmad (1835-1908), hatte mit diesem Ziel 1898 eine Medrese (Koranschule) gegründet. Sein Nachfolger, der erste Kalif, entwickelte auf dieser Grundlage genaue Aufnahmebedingungen und Richtlinien sowie einen siebenjährigen Studiengang für eine eigene Hochschule der AMJ, die im Jahr 1909 ihre Arbeit aufnahm. Heute unterhält die AMJ Hochschulen in über zehn Ländern der Welt, u. a. im afrikanischen Sierra Leone (1987 gegründet), in Asien in Indonesien (2000 gegründet), in Amerika in Kanada (2003 gegründet) und in Europa in Großbritannien (2005 gegründet). Seit 2008 befindet sich eine weitere Ausbildungsstätte auf deutschem Boden. Der Campus der deutschen Jamia Ahmadiyya wurde am 17. Dezember 2012 eingeweiht. Im Sommersemester 2013 wurde der regelmäßige Lehrbetrieb aufgenommen. Damit ersetzt die Hochschule die bisherige Einrichtung am Standort Frankfurt-Bonames, der von vornherein als Provisorium gedacht gewesen war, bis sich der Ankauf eines besseren Geländes mit der Möglichkeit eines bedarfsgerechten Neubaus ergeben würde. Im neuen Hauptgebäude befinden sich eine große Eingangshalle, die auch als Aula für Feiern und Empfänge genutzt wird, die Büros der Hochschulleitung und der Verwaltung, die Klassenräume, ein Sitzungszimmer, ein Computerzimmer, die Bibliothek sowie die Mensa mit eigener Küche. Alles wirkt auf den Besucher hell und einladend und vermittelt in seiner funktionalen Schlichtheit tatsächlich den Eindruck eines Lehrinstituts. An den Wänden sind an zentralen Stellen kalligraphische Koranverse auf Arabisch und Deutsch zu sehen, die dekorativ wirken und die Studierenden zugleich anspornen sollen, fleißig zu lernen und auch die Glaubenspraxis nicht zu vernachlässigen. In den Fluren hängen zudem Fotos von der Grundsteinlegung und anderen wichtigen Ereignissen der Hochschule. Die Klassenräume sind alle mit Beamer ausgestattet. Die Bibliothek befindet sich noch im Aufbau, was u. a. mit der Schwierigkeit zusammenhängt, wissenschaftliche Literatur aus Pakistan nach Deutschland zu bringen. Einen großen Raum nehmen die Schriften von Mirza Ghulam Ahmad und der Kalifen sowie wissenschaftliche Werke von Gelehrten aus den Reihen der AMJ ein. Doch es finden sich auch zahlreiche Bücher anderer muslimischer Autoren. Es gibt auch eine kleine religionswissenschaftliche Abteilung zum Judentum und Christentum und zu anderen Religionen sowie einen Bereich mit nichtreligiöser Literatur. Deutsche Zeitungen und Magazine liegen genauso aus wie pakistanische. Auf dem gleichen Grundstück liegen das Studentenwohnheim, ein Sportplatz und ein Parkplatz. Direkt bei dem Komplex befindet sich die kleine AzizMoschee, die nicht der Hochschule gehört, sondern der örtlichen AhmadiyyaGemeinde. Sie wird trotzdem für die täglichen Pflichtgebete genutzt und die Studierenden besuchen dort das Freitagsgebet. Geleitet wird das Institut von Direktor Shamshad Ahmad Qamar, der vom Kalifen für diese Aufgabe bereits im Jahr 2007 ausgewählt wurde und das Amt seit Bestehen der Hochschule (2008) innehat. Er war vorher u. a. als Dozent für die Fachbereiche „Koranexegese“ und „Übersetzung des Korans“ an der Jamia Ahmadiyya in Rabwah (Pakistan) tätig gewesen. Ihm zur Seite stehen elf Dozenten und Lehrbeauftragte. Derzeit (März 2014) lernen 87 Studenten an dieser Hochschule. Der Studiengang nimmt sieben Jahre in Anspruch, sodass erst im nächsten Jahr (2015) die ersten Absolventen ihr Studium abgeschlossen haben werden. Die Studenten kommen hauptsächlich aus Deutschland. Jedoch finden sich auch Studierende aus anderen europäischen Ländern (z. B. Schweiz, Spanien). Das Ziel des Studiums ist hauptsächlich die Ausbildung von Imamen für Gemeinden der AMJ in ganz Europa. Daneben stehen zukünftige Absolventen theoretisch entweder für eine wissenschaftliche Laufbahn oder für weitere Dienste in den Gemeinden zur Verfügung. Zurzeit ist der Bedarf an gut ausgebildeten Imamen so groß, dass die Hochschule kaum nachkommt, junge Männer für diese Aufgabe zu schulen. Die Voraussetzung zur Aufnahme des Studiums ist eine erfolgreiche Bewerbung an der Hochschule. Formale …
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