Feichtinger, Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich

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Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich _**[Church of the Seventh-day Adventists in Austria]**_ Christian Feichtinger Zusammenfassung Die Siebenten-Tags-Adventisten sind seit über hundert Jahren Teil der Geschichte des Christentums in Österreich. Die ersten adventistischen Missionare trotzten den schwierigen religionspolitischen Umständen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und konnten ab 1907 Vereine und Gemeinden gründen. Damit begann ein kontinuierliches Wachstum, bei dem die Botschaft von der baldigen Wiederkunft Christi vor allem im Kontext der beiden Weltkriege auf verstärkte Aufmerksamkeit in Österreich traf. Durch Bildungseinrichtungen und Engagement im Bereich Gesundheit und Diakonie konnten sich die Siebenten-Tags-Adventisten nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig in Österreich etablieren. Heute ist die Gemeinschaft unter dem Namen „Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten“ in Österreich als staatlich eingetragene Bekenntnisgemeinschaft anerkannt. Sie besteht aus über 60 lokalen Gemeinden und Gruppen und betreibt mehrere private Schulen sowie das Bildungszentrum Seminar Schloss Bogenhofen, das auch eine theologische Ausbildung anbietet. Schlagwörter: Wiederkunft Christi, Bildungseinrichtungen, Gesundheit, Diakonie, Schulen, Seminar Schloss Bogenhofen, Gemeinden, theologische Ausbildung Summary For more than a hundred years, Seventh-day Adventists have been part of Christian history in Austria. In spite of the difficult religious-political circumstances in Austria at end of the 19th and at the beginning of the 20th century, the first Adventist missionaries put great effort on spreading their message and after 1907 were finally able to found lecture societies and churches. From that year on, Seventh-day Adventism in Austria experienced a continuous growth, especially in the context of the two world wars that contributed to an _**Editor: Michael Klöcker**_ II - 2.2.2.10.1 Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich increased religious attentiveness towards the Adventist message of Christ’s imminent return. After the Second World War, educational institutions and social welfare organizations helped to finally establishing Seventh-day Adventism in Austria. Today, the “Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten” is officially recognized as a registered faith community by the Austrian state. The church comprises over 60 local congregations and groups and runs a number of private schools as well as the “Seminar Schloss Bogenhofen”, a centre of education that also includes a senior college of Adventist theology. Keywords: Christ’s imminent return, educational institutions, social welfare organizations, local congregations, Seminar Schloss Bogenhofen, College of Adventist theology 1 Selbstverständnis Die Siebenten-Tags-Adventisten (STA1 ) sind eine Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA entstandene protestantische Denomination, die zu den am schnellsten wachsenden und meistverbreiteten christlichen Traditionen der Welt zählt. Vor allem durch erfolgreiche Missionstätigkeit in Afrika, Lateinamerika und Asien stieg die Anzahl der getauften Mitglieder allein zwischen 2010 und 2017 von knapp 17 auf über 20 Millionen an. Diese Entwicklung geht zugleich mit einer Stagnation und zum Teil sogar mit einem Rückgang in Nordamerika und Europa einher.2 Die Selbstbezeichnung „Siebenten-Tags-Adventisten“ verweist auf die beiden distinktiven Kennzeichen der Gemeinschaft, erstens das Halten des Sabbats als wahren Feiertag Gottes, und zweitens eine endzeitliche Naherwartung der Wiederkunft Christi, deren Vorbereitung (das sogenannte „Untersuchungsgericht“) nach Ansicht der STA seit 1844 im Gange ist. Die Hervorhebung dieser und einiger anderer besonderer Lehren - etwa die Anerkennung ihrer Mitbegründerin Ellen Gould Harmon White (1827-1915) als Prophetin Gottes - darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die STA zugleich ein Teil der reformatorischen und speziell freikirchlichen Tradition sind: Die Gültigkeit der Heiligen Schrift als alleinige Grundlage des Glaubens (auch sogenannte adventistische „Sonderlehren“ werden aus der Bibel abgeleitet), die Bedeutung der persönlichen Gottesbeziehung, die Erlösung allein durch die Gnade, das Priestertum aller Gläubigen, die strikte Trennung von Kirche und Staat und die Gläubigentaufe verbinden die STA mit vielen anderen protestantischen Traditionen. Im Bewusstsein dieses Sachverhalts bezeichnen sich die deutschen Adventisten auch als „Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland“, während in Österreich die Bezeichnung „Kirche“ verwendet wird. Die STA sind sich also ihrer historischen Verwurzelung durchaus bewusst. Zugleich haben sich die STA von Anfang an nie als eine Kirche unter anderen verstanden, sondern als eine im biblisch-prophetischen Wort …
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